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In dieser Rubrik möchten wir auf Songs aus unserem aktuellen Repertoire näher eingehen und Ihnen diese mit Hintergrund-
informationen oder persönlichen Eindrücken näher bringen.

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Hallelujah (Leonhard Cohen)

Es war ein langer und mühevoller Weg für den kanadischen Singer/Songwriter Leonhard Cohen. Allein am Text schrieb er mehr als ein Jahr, von den mehr als 80 Versen verwarf er die meisten:
"I can´t finish this song" zweifelte er nach langen, arbeitsreichen Nächten in einem New Yorker Hotel.

Doch dann war es soweit - im Jahr 1984 erschien "Hallelujah" erstmals auf seinem Album "Various Positions". Weitere Studioaufnahmen folgten, zehn Jahre später veröffentlichte Cohen die erste Liveaufnahme auf "Cohen live". Seither vergeht die Zeit nicht ohne zahlreiche Variationen von dutzenden Interpreten, die sich von dem Song inspiriert fühlen und ihm ihre musikalische Handschrift verleihen.

Bis heute hat "Hallelujah" daher eher an Aktualität und Bekanntheit gewonnen. Es ist das feine Gespinst aus Komposition und Text, was den Hörer bezaubert, ihm Rätsel aufgibt, ihn in spirituelle Sphären versetzt und in innigen Kontakt mit ihm tritt. Wer sich darauf einlässt, ist gefangen und berührt.

Die Geschichte bietet Tiefgründiges: Cohen beschreibt in indirekter Erzählform die Dualität tiefster Liebesgefühle – hervorgerufen durch die Kraft und Ohnmacht des Begehrens und des Verlustes.

Interessant auch das Konzept seiner Komposition. In C-Dur gesetzt folgt die einfache, klare Melodieführung über die Spannungsbögen der Verse hin zum Focus. Diesen bildet bildet das "Hallelujah", das durch seine kontinuierliche Wiederholung für die emotionale Steigerung in der Ballade sorgt. Dabei verwebt er geschickt verbale und musikalische Steigerung – Im Vers "the forth, the fifth, the minor fall, the major lift" führt er die Akkorde in paralleler Bewegung zum Höhepunkt (F – "the forth", G – "the fifth", Am – "the minor fall", F "the major lift").

Doch damit nicht genug. Seinen Worten verleiht er Nachdruck, in dem er auf Biblisches zurückgreift. König David - als "Composer of the Palms" der eigentlich wirkliche "Songw-riter", offeriert seiner angebeteten Bathseba seinen "heiligen Akkord". Diese verführt und entehrt ihn. In tiefster Enttäuschung endet er sein "Hallelujah" mit der bitteren Erkenntnis:

"…all I ever learned from love, was how to shoot somebody who outdrew ya…"

Die Botschaft klingt resigniert und verbittert. Verständlich, ist es doch die Moment-aufnahme aus der Perspektive des Liebesleidenden. Zudem Cohen sich selbst damals als "suizidal, depressiv, melancholisch und Traummann für all jene Frauen, die diese Eigenschaften zu schätzen wissen" beschrieb.

Den Zuhörer führt er hingegen in spirituelle Spähren und hinterlässt ihn bezaubert und durchaus auch in Zuversicht und Leichtigkeit. "Dieser Song verwandelt jede Rock-Arena in eine Kathedrale" stand einst treffend geschrieben.

Letztlich begegnet uns wieder die Dualität und lässt die Vermutung zu, dass die schönsten Kunstwerke offenbar aus tiefstem Seelenschmerz geboren werden.

Zu den wohl schönsten Arrangements zählen – neben Cohens Original – die Versionen von John Cale (mit Klavier & Streichquartett), von Rufus Wainwright (Piano-Begleitung), Jeff Buckley (Gitarren-Begleitung) sowie der sehr gelungene Song zum Film "Shrek" (für 4 Stimmen).

Nicht zu vergessen, die wunderschöne A-Cappella-Version im Arrangement von Jens Johansen, der Vorlage unserer Interpretation.

Butterfly (Mia Makaroff)

...nimmt uns mit auf eine feinfühlige musikalische Reise durch sein kurzes, aber erfülltes Leben. Leicht und luftig fühlt es sich an, dieses Leben aus der Schmetterlingsperspektive, voller Liebe und Wunder:

"Wir können ihn hören, den süßen Sound neugeborener Flügel, Wir können sie spüren, die sanfte Berührung seiner Flügel, Wir können es staunend bewundern, das Blau des Himmels."

Und wir können sie sehen, die Beiden, bei ihrem unbeschwerten, spielerischen Tanz in der lauen Sommerluft zwischen den Wiesenblumen. Dort ruhen sie auf dem Blatt – ein sanfter Kuss und schon trägt der Wind sie in die Ewigkeit.

"Butterfly" stammt aus dem Repertoire des finnischen Vocalsextetts "Rajaton". Mia Makaroff gelingt mit diesem filigranen Arrangement eine vollendete Einheit von musikalischem und verbalem Ausdruck. In den Strophen erzählt Butterfly seine Geschichte, getragen von einer leichten Brise aus hauchzarten Klängen der Begleitstimmen im Background. Im engagierten Mittelteil fokussiert sich der Höhepunkt seines Lebens – die Begegnung mit seinem Liebsten.

Eine (sowohl musikalisch als auch inhaltlich) liebeswerte Hommage an das schlichte Dasein, einem Leben mit kleinen Wundern in bedingungsloser Liebe, dem man sich in nahezu naiver Dankbarkeit einfach hingeben möchte.
Uns verleiht diese Musik Flügel und wir lassen uns von ihnen davon tragen...

Waltz for Debby (Evans / Lees, Karlsson)

Willkommen in Debbies Welt - hier lädt die unbeschwerte kindliche Leichtigkeit, die keine Sehnsucht kennt, zum Verweilen ein. Umgeben von Puppen, Clowns, dem Prinzen und natürlich dem großen, purpurfarbenen Bären tanzt das kleine Mädchen in sonnengeflutetem Licht nach ihren selbsterträumten Liedern.

Es ist die Nichte von Bill Evans, die mit ihrem Spiel dem Onkel den Impuls für diesen Song gibt - es wird der Titelsong für das 1961 erschienene Album des Evans-Trios.

Ein sinnlich berührender Tanz aus Pianoklängen zeichnet ein musikalisches Bild, das uns ganz in Debbies und vielleicht auch ein wenig in unsere eigene Kinderwelt entführt.

Der Text stammt von Evans´ Kritiker und Partner Gene Lees. Peder Karlsson, u.a. Gitarrist und Sänger, haben wir das swinggewürzte Vocal-Jazz-Arrangement zu verdanken - und der Real Group-Interpretation unser musikalisches Vorbild.

In my life (Lennon/McCartney)

Es sollte der erster Song über sein Leben werden, den der damals 25-jährige John Lennon im Jahre 1965 auf dem Beatles-Album "Rubber Soul" präsentierte. Der Text stammt von ihm – ganz sicher - die Idee dazu bekam er sogar bereits 10 Jahre zuvor auf einer Busreise in seiner Heimat. Doch die Stätten seines Lebens zu erwähnen erschien ihm zu langweilig - waren es doch die Menschen, denen er begegnete, die sein Leben bereicherten. Paul McCartney half ihm bei der wunderschönen Komposition, insbesondere dem klassisch anmutigen Klaviersolo im Mittelteil.

Darmon Meader (NY Voices) gelang mit dem sehr schönen a-capella-Arrangement eine wunderbare Jazzballade, womit wir den Gedanken von John Lennon - einer Botschaft gleich – immer wieder zum Klingen bringen.

"In my life – I love you more."

Eine der wohl schönsten musikalischen Liebeserklärungen, die es zu genießen gibt.

Spain (Corea / Jarreau / Maren)

Eines der wohl bekanntesten und beliebtesten Stücke von Chick Corea ist mittlerweile durchaus zu den modernen Jazzstandards zu zählen. Corea verbindet hier Elemente des Jazz mit Latin, typisch für seinen "Fusion"-Stil der 70er Jahre. 1973 erscheint "Spain" in seiner Urfassung als instrumentales Stück auf dem Album "Light as a Feather", was Corea zusammen mit seiner Band "Return to forever" einspielt.

Mit Hilfe des "Aranjuez-Motiv"∗ als einfühlsamen Intro führt uns Corea in die melancholische Stimmung der Erinnerung an eine innige Liebesromanze in heißen, spanischen Nächten. Wir wandeln in träumerischer Schwärmerei, die Vergangenes gegenwärtig erscheinen lässt...
... damals. in spanien. ich liebte und vergötterte dich. unsere nächte waren pure freude und der morgen brachte dich mir nahe. unsere liebe glich einer spanischen fiesta. die feurige glut meines verlangens – ich spür es bis heute...
Wir werden musikalisch mitgerissen in den Strudel von Hitze, überschwänglicher Leidenschaft und ungestümen Verlangen des südländischen Temperaments.
So als hätten wir sie ein bißchen selbst erlebt, diese heiße, spanische Liebesgeschichte. Einen Grund zum sehnsüchtigen Träumen bietet diese musikalische Erinnerung in jedem Fall. Am Besten mit einem Glas Wein – einem feurigen, roten aus Spanien, versteht sich!
Zahlreiche Arrangements folgen dem instrumentalen Klassiker Coreas, unser 5-stimmiger Satz stammt aus den Federn von Rare Silk, Oliver Gies und Stephan Süß.

∗ das "Aranjuez"-Motiv ist das Adagio aus Joaquin Rodrigo's "Concierto de Aranjuez" (1939)